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Gardeniser pro

Neues europäisches Projekt zu Urban-Gardening

In dem Projekt „Gardeniser Pro“ geht es darum, Geburtshilfe für ein neues Berufsbild zu leisten – den Urban-Gardening-Organisator bzw. -Koordinator. Welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen benötigen Menschen für diese Aufgabe? Lässt sich ein europaweit anerkanntes Berufsbild für diese Tätigkeit entwickeln? Das Projekt baut auf zwei abgeschlossenen Vorgängerprojekten auf, an denen ebenfalls die italienische Agentur „REPLAY Network“ – Initiator von Gardeniser Pro - beteiligt gewesen ist.
Das EU'GO-Projekts hatte die Funktionsweise und Vielseitigkeit städtischer Gärten als Orte von sozialen Beziehungen, Inklusion, Partizipation und multikultureller Begegnung zum Inhalt. Das zweite Vorgängerprojekt – „Gardeniser“ – hatte zum Ziel, das Berufsbild eines Gartenmoderators zu entwickeln, der die sozialen und ökologischen Funktionen eines Gemeinschaftsgartens zusammenbringt und organisatorisch die Fäden zusammenhält. Der Garten als gemeinschaftliche Einrichtung zum Lehren und Lernen hat in den letzten Jahren Aufmerksamkeit in Europa auf sich gezogen. Angestoßen worden war dieses Projekt aus Frankreich, wo erstmals eine spezielle Ausbildung – der „garden leader“ - vom Netzwerk der Solida-ritätsgärten im Mittelmeerraum entworfen und vom französischen Staat als Ausbildung anerkannt wurde. Das Hauptziel des Projektes war es, den Beruf des GARDENISERs als ausgebildeten Vermittler im Bereich der Gemeinschaftsgärten von Frankreich in andere europäische Partnerländer zu transferieren, um die Partnerländer bei der Entwicklung gemeinsamer Gartenprojekte zu unterstützen. Die Projektpartner kamen aus Frankreich, Italien, Deutschland, Großbritannien und Österreich. Innerhalb des Projekts wurde ein Verzeichnis der wichtigsten Akteure im Bereich der Gemeinschaftsgärten erstellt, Möglichkeiten der Berufsausbildung in sozialen Sektoren und im Bereich Garten- und Landschaftsbau erörtert, die häufigsten Kernkompetenzen von professionellen Gartenbegleitern ermittelt, sowie Einführungsseminare zu diesem Thema organisiert.


Im neuen Projekt GARDENISER PRO besteht das Ziel der Entwicklung und europäischen Anerkennung des Berufsbildes des Gardenisers. Einige Länder, wie Frankreich oder England, bieten bereits eine Grundausbildung an. Der Koordinator städtischer Gemeinschaftsgärten ist ausgebildeter Gärtner, benötigt aber zusätzlich Kompetenzen im pädagogischen und sozialen Bereich bis hin zur Einbeziehung von Personen, die von Marginalisierung bedroht sind. Andere Akteure sind ausgebildete Erzieher oder Pädagogen, denen es aber an Wissen und praktischen Erfahrungen in Gartenarbeit mangelt. Der Gardeniser hat Vermittlungsfunktionen – in der Kommunikation nach außen, als Vermittler zwischen den Gärtnern und den Institutionen, als auch in der Organisation und Verwaltung der Nachhaltigkeit des Stadtgartens – ein komplexes Profil mit komplexem Ausbildungsbedarf. Gardeniser Pro zielt darauf ab, durch die internationale Zusammenarbeit von Partnern mit unterschiedlichem Hintergrund und Fachwissen in der Bildung, städtischen Gemeinschaftsgärten und Berufsausbildung aus Italien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Griechenland ein europäisches Format im Berufsbildungsbereich zu schaffen, das dank des ECVET-Kreditsystems übertragbar ist und als Ausbildungsweg zum Gardeniser anerkannt wird. Eine Online - Plattform soll Angebot und Nachfrage zusammenbringen und ausgebildete Gardeniser und nationalen und internationalen Urban Gardening-Netzwerke verbinden. Gegenseitiger Erfahrungsaustausch und Praktika der beteiligten Länder sind Teil der geplanten Ausbildung. 20 Ausbildungs-Interessenten pro Partnerland, die bereits im Bereich urbaner sozialer Gärten Erfahrungen gesammelt haben und ihr Erfahrungswissen erweitern, verbessern oder vervollständigen wollen, können teilnehmen und sich für die Rolle des Koordinators von Garten-projekten qualifizieren. Die in Gardeniser Pro initiierte Ausbildung soll über den Projektzeitraum hinaus weitergeführt werden. Ein professionelles Praktikum auf lokaler Ebene wird Teil des Ausbildungskurses für zukünftige Gardeniser sein; einigen Teilnehmern wird zudem ein Praktikum im Land der verschiedenen Partnerorganisationen ermöglicht werden.

 

 


  

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 25. September 2018 um 14:19 Uhr